Vergebung befreit
die eigene Seele

Es ist uns durchaus bewusst, dass viele Betroffene mit Vergebung anfänglich ein Problem haben. Weitläufig ist die Meinung vertreten, dass so ein Verbrechen an Kindern nicht vergeben werden könne. Das ist aber ein Irrtum.

Jemand vergeben zu wollen ist meine ganz persönliche Entscheidung und macht vor allem mein Herz frei von Hass und Bitterkeit.

Zehn Thesen zur Vergebung:

  1. Vergebung kann ein langer Prozess sein
  2. Vergebung ist nicht von einem Geständnis abhängig
  3. Vergebung erfordert keine übereinstimmende Auffassung von der Vergangenheit
  4. Vergebung bedeutet, mein Recht auf Rache loszulassen
  5. Vergebung bedeutet nicht Vergessen
  6. Vergebung bedeutet nicht, das Verhalten einer anderen Person zu entschuldigen
  7. Vergebung bedeutet, das Unrecht nicht immer wieder zur Sprache bringen
  8. Vergebung bedarf vorab einer Entscheidung
  9. Vergebung bedeutet nicht unbedingt, erneut zu vertrauen
  10. Vergebung ist Voraussetzung für Neuanfang


Merksätze

  • nicht zu verzeihen ist das beste Rezept um zu leiden
  • Verzeihen bedeutet die Wunden nicht länger aufzukratzen
  • Verzeihen bedeutet, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft
  • Vergangenheit fahren zu lassen
  • Verzeihen heißt, das Loch im Herzen zu heilen, dass unversöhnliche Gedanken gerissen haben
  • Der Verstand, der nicht verzeihen will, verheimlicht uns die Tatsache, dass wir uns selbst einsperren, wenn wir an Wut und Hass festhalten


Verzeihen ist eine schwierige Angelegenheit. Die meisten von uns wurden schon verletzt, verlassen, betrogen, ausgenutzt oder hintergangen. Schmerzen können wie Messer sein, die das Herz zerreißen. Die Aufforderung doch endlich zu vergeben, erscheint unter solchen Umständen wie Hohn. Und doch ist es der einzige Weg, den Seelenfrieden wieder zu erlangen. Es ist Hilfreich, sich folgende Tatsache vor Augen zu halten: Verzeihen bedeutet NICHT, Verhalten zu entschuldigen. Es heißt - ICH NEHME DIE ENERGIE AUS DIESER SACHE HERAUS UND VERWENDE SIE KÜNFTIG FÜR DIE GESTALTUNG MEINES LEBENS. Das Festhalten an Wut und Schmerz schwächt das Immunsystem und kann die Funktion jedes einzelnen Organs beeinträchtigen.

von Mag. Sabine Standenat - Klinische Psychologin 7 Wien

www.standenat.at

Verändere deine Einstellung

Verzeihen bedeutet, die schmerzhafte Vergangenheit loszulassen und Wut, Hass und Groll nicht länger lohnenswert zu finden. Hör' auf, dir oder anderen weh zu tun. Vergebung ist die klare Entscheidung nicht länger zu leiden, und das Steuer des Lebens wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Dr. Gerald Jampolsky:

"Stellen Sie sich Verzeihen als Reise über eine Brücke vor, die von der Welt, in der wir unseren Groll endlos wiederkäuen, zu einem Ort des Friedens führt. Vergebung ist der Weg von der Finsternis ins Licht. Sie ermöglicht uns, den Schatten der Vergangenheit für immer zu entkommen und befreit uns aus dem selbstgebauten Gefängnis von Angst und Wut. Uralte Wunden werden gesäubert und geheilt."

Vergiss nie:  D U  entscheidest, was du denkst. Die meisten von uns würden keine Medikamente nehmen, von denen bekannt ist, dass sie schwere Nebenwirkungen haben. Bei unseren Einstellungen sind wir nicht so wählerisch, obwohl negatives Denken den Körper regelrecht vergiften kann. Ändere also dein Glaubenssystem! Selbstmitleid und die Opferrolle sind keine attraktiven Alternativen. Wähle statt diesen "Energiefressern" Überzeugungen, die Kraft und Mut geben.