Christine Deutschmann
gründete die Gruppe im Februar 2011
Mein Name ist Christine Deutschmann, ich bin 64 Jahre alt, habe drei wundervolle Kinder und bin seit 20 Jahren glücklich verheiratet.
Mein Leben begann mit Erfahrungen, die ein Kind niemals hätte erleben sollen.
Im Alter von vier Jahren begann der sexuelle Missbrauch durch meinen Vater.
Darüber hinaus wurde ich von meiner Großmutter an andere Personen weitergegeben, die mich ebenfalls sexuell missbrauchten.
Viele dieser Erlebnisse wurden von mir verdrängt.
Erst im Alter von 41 Jahren begann ich, mich bewusst mit dem auseinanderzusetzen, was mir widerfahren war.
Die Folgen begleiteten mich und prägten so auch mein Leben.
Eine Scheidung, Gewalterfahrungen und der Umgang mit Drogen waren Teil meines Weges. Es folgten viele Jahre der Therapie und die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst und meiner Vergangenheit.
Auf meiner Suche nach Heilung und einem Weg, mit dem Erlebten leben zu können, fand ich neben der klassischen Therapie auch Unterstützung in verschiedenen Naturheilmethoden. Reiki, Schamanismus und andere spirituelle Wege halfen mir dabei, einen neuen Zugang zu mir selbst zu finden und Schritt für Schritt wieder Vertrauen in mein eigenes Leben zu entwickeln.
Mein Weg war und ist nicht immer einfach. Aber ich habe gelernt, dass die Vergangenheit ein Teil meiner Geschichte ist – sie muss jedoch nicht bestimmen, wer ich heute bin.
Aus meinen eigenen Erfahrungen entstand schließlich der Wunsch, auch anderen Menschen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Erlebnissen nicht allein bleiben müssen, so gründete ich 2011 die Selbsthilfegruppe. Gemeinsam mit den Menschen, die dort ihren Weg mit mir teilten, bin auch ich weitergewachsen.
Die Selbsthilfegruppe wurde für mich zu einem wichtigen Teil meines Lebens. Durch das Zuhören, den Austausch und die gegenseitige Unterstützung durfte ich erfahren, wie viel Kraft darin liegt, sich gegenseitig Halt zu geben.
Heute blicke ich auf 64 Lebensjahre zurück, in denen ich vieles durchstehen musste, aber auch sehr viel über mich, über das Leben und über die Kraft des Menschen gelernt habe.
Ich bin eine Betroffene, die ihren eigenen Weg gegangen ist, dabei gefallen und wieder aufgestanden ist. Ich habe gelernt, mit dem Erlebten zu leben und möchte heute anderen Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu finden.
Ein großer Dank gilt meiner Nachfolgerin Alexandra Salvenmoser, die die Gruppe übernommen und sie bis zum heutigen Tag mit viel Engagement, Herz und Einsatz erfolgreich weitergeführt hat. Ich möchte mich herzlich bei ihr für ihre wertvolle Arbeit und ihr großartiges Engagement bedanken.
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